Gänse

Gänse und die Gänsehaltung unterscheiden sich nur unwesentlich von der Entenhaltung. Zu den rechtlichen Fragen zur Anmeldung, Haltung und Schlachtung siehe auf der Entenseite nach.

Was du bei Gänsen zusätzlich beachten mußt, kannst du auf dieser Seite lesen.

 

Artgerechte Gänsehaltung

 

Dieser Punkt ist identisch mit der Entenhaltung und wird hier der vollständikeit wegen noch einmal abgedruckt.

selbstversorger-Gänse-1Wichtig ist es den Tieren Zugang zu frischem Wasser zu ermöglichen. Eine Wasserschale reicht nicht aus. Es wird zwar oft behauptet Gänse brauchen keine Bademöglichkeit, aber Gänse sind Wasservögel und paaren sich am liebsten im Wasser.
Ideal wäre ein kleiner Bach der durch dein Grundstück fließt, da sich hier das Wasser ständig erneuert. Doch ein Bach ist sicherlich für die meisten Gänsehalter ein Wunschtraum, der sich nicht realisieren läßt. Daher mußt du eine Alternative schaffen.
Die meisten Anfänger legen sich einen kleinen Gartenteich an. Das ist jedoch vollkommen unpraktisch. Die Tiere verschmutzen und verschlammen diesen Teich in wenigen Tagen und er muß gereinigt werden, da die Gänse sauberes Wasser haben sollten. Die Reinigung eines solchen Teiches wird also zu einer großen zeitlichen Belastung für den Gänsehalter.
Es gibt aber eine bessere Lösung. Dein Teich muß Oberirdisch sein, so das du den Dreck unten raus laufen lassen kannst. Für wenige Tiere kannst du auch eine alte Badewanne nehmen. An den Abfluß montiert man einen 90 Grad Bogen und daran ein Abflußrohr. Das Sieb im Badewannenabfluß mußt du allerdings entfernen, da sonst der Abfluß ständig verstopft.
Nun wird eine Rampe rings um die Badewanne, zuerst mit Erde und dann Steinen, angeschüttet. Die Steine sorgen für eine gewisse Drainage und sorgen somit dafür das deine Gänse das Wasser in der Wanne nicht zu schnell verschmutzen. Ist es nun an der Zeit deine Wanne zu reinigen, brauchst du nur den Stöpsel ziehen und der ganze Dreck fließt aus dem Abfluß heraus. Achte darauf, das die Gänse auch bei niedrigem Wasserstand aus der Wanne Klettern können, sonst werden sie dir ertrinken. Dies Kann durch eingelegte Steine oder ein schwimmendes Ponton erreicht werden. Der Selbstversorger kann hier erfinderisch tätig werden.
Wenn du eine größere Wanne finden kannst, wäre das natürlich besser, sieh dich einfach mal auf dem nächsten Schrottplatz um, vielleicht hast du ja Glück. Tiefer als 30cm braucht dein Ersatzteich nicht zu sein.

 

Der Gänsestall

 

Als Stall eignet sich, ein mobiler Stall auf der Weide, der einen offenem Boden hat. In diesem Stall sollte aber zusätzlich Stroh gegen die Bodenkälte und Nester für die Eiablage sein.
Bei einem Stall mit festem Standort sollte wie bei den Enten, das ableiten von Wasser und Feuchtigkeit im Vordergrund stehen. Dies gilt besonders für überlaufendes Wasser aus der Tränke. Der Stall sollte zudem luftig aber nicht zugig und hell sein. Auch hier ist wieder die Installation eines Holzrostes vor dem Eingang des Stalles, wie bei den Enten angebracht, damit sich die Tiere den Dreck von den Füßen ablaufen.
Stallfläche bei ausgewachsenen Gänsen:

  • 1m² für 1-2 Gänse

Bei die Gössel reichen folgende Stallflächen:

  • 1m² für 8 Gössel bis zur 3. Woche
  • 1m² für bis zu 4 Gössel von der 4.-8. Woche
  • 1m² für 2 Gössel ab der 9. Woche

 

Gänse haben einen großen Flächenbedarf

 

Wie viele Gänse sollte man halten ?

Das Geschlechterverhältnis sollte bei Gänse 1:1 bis maximal 1:3 sein. Da die Gänse in der Natur als Schwärme auftreten, wäre eine Gruppenhaltung von 30 Stück anzustreben. Dies ist allerdings für Selbstversorger schon ganz schön viel, so das man sich wahrscheinlich 6-8 Stück hält.
Der Flächenbedarf ist zum Vergleich mit Enten sehr hoch. Du mußt mit mindestens 100 m² pro Tier rechnen, wenn du zufütterst. Bei reiner Weidehaltung sind aber 200 m² als angemessen anzusehen. Pro Pärchen sind das also 400 m².

 

Die Gänseweide

 

selbstversorger-GänseIdeal ist eine Grashöhe von 10-20cm Wuchshöhe. Da Gänse wählerisch sind und ihr Futter selektiv aufnehmen, ist es sinnvoll die Weide auch noch von anderen Tierarten beweiden zu lassen.
Du wirst also dein Gelände in Parzellen einteilen müssen und wenn das Gras zu hoch wird mußt du es abmähen. Von dem abgemähten Gras könntest du dann Heu machen.
Weidemanagement ist bei der Gänsehaltung wichtig und erfordert doch einiges an Erfahrung.
Achte wie bei den Enten darauf das dein Gelände trocken bleibt und sich nicht in eine Schlammwüste verwandelt. Weiden in schenken sind also nicht so gut geeignet, Hanglage mit Sonne wäre ideal.

 

Gänse und Naturbrut

 

selbstversorger-Gänse-2Bei Naturbrut muß Jedem Weibchen ein Nest mit 50cmx50cm zur Verfügung gestellt werden. Möchtest du nur Eier gewinnen und Kunstbrut machen, reichen dir auch 2 Nester bei 8 Tieren.
Die Gans legt 12-15 Eier und brütet dann 30-32 Tage. Du kannst die Eier auch einer Hühnerglucke unterschieben, allerdings muß dies gleich, wenn sich die Glucke fest setzt geschehen, da sie sonst nicht die 30 Tage auf den Eiern sitzen bleibt. Zu beachten ist hierbei, die Eier jeden Tag zu befeuchten, da die Hühnerglucke ein zu trockenes Brutklima hat.

Kunstbrut mit der Brutmaschine und Kükenaufzucht wird auf dieser Extraseite beschrieben.

 

Fütterung der Gänse

 

Der größte Unterschied ist, das die Gans ein Weidevogel ist. Gänse ernähren sich Hauptsächlich von Gras. Nur die Junggänse werden bis zur 8. Lebenswoche ausreichend gefüttert. In den ersten 3 Wochen mit Hühnerkükenstarter. Eigenen Kückenstarter kannst du aus gekochten Eiern, geschrotetem Getreide und gehackten Brenneseln zubereiten.
Danach wird mit normalem käuflichem Hühnerfutter gefüttert oder du mischt dir dein eigenes Futter. Mein Gänsefutter besteht also aus Weizen, eingeweichten Erbsen, Mais, Grünfutter, gekochten Kartoffeln, Salat und viel Gemüse wie Zucchini.
Ab der 3.-4. Woche kannst du die Gössel (Gänseküken) bei trockenem Wetter auf die Weide lassen. Hier gilt wie bei Enten, die Tiere bis zu Ihrer vollständigen Befiederung vor Nässe und Kälte zu schützen.
Im Sommer reicht Grünfutter auf der Weide und eine Zufütterung von etwa 75g Getreide je Tier und Tag, bei sehr guter Weide geht es auch ohne Kraftfutter.
Im Winter fütterst du die Gänse mit Weizen, eingeweichten Erbsen, Mais, Grassilage, gekochten Kartoffeln und Futterrüben.
Wie bei allen Wassergeflügel ist darauf zu achten, daß die Futtertröge und die Wasserspender nicht nebeneinander stehen, da die Vögel sonst das Wasser mit Futter verunreinigen.

Was muß man sonst noch beachten ?

 

Gänse und kleine Kinder, das verträgt sich nicht ! Du solltest darauf achten, daß kleine Kinder keinen unbeaufsichtigten Zugang zu Gänsen haben, da diese Kleinkinder angreifen können. Die gilt für den Ganter generell, wie auch die Gans während der Brutzeit.
Ein weiterer Punkt ist die Lärmbelästigung.
Gänse sind extrem laut und geben bei jeder Kleinigkeit Alarm. Wenn also ärger mit deinen Nachbarn schon im vorne herein abzusehen ist, bist du mit Warzenenten, die Stummenten nennt das sie kaum Laute von sich geben besser beraten.

 

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