Enten

Enten halten ist bei Selbstversorgern sehr beliebt. Kaum eine andere Tierart eigent sich so gut zur Fleischgewinnung für den Selbstversorger wie die Enten. Die  Ente ist genauso wie das Huhn robust, leicht zu halten und liefert neben Eiern auch Fleisch. Der Platzbedarf ist im Vergleich zu Tieren wie Ziegen und Schafen sehr gering. Bevor du dir nun Enten anschaffst gibt es aber einiges zu beachten.

Enten und das Rechtliche

Selbstversorger-entenRechtlich gesehen ist die Entenhaltung nicht viel anders als die Haltung von Hühnern. Also meldest du deine Enten wie ich es bei den Hühnern beschrieben habe bei deinem zuständigen Veterinäramt an und zahlst deine Beiträge bei der Tierseuchenkasse.

Die Vogelgrippe sei auch hier wieder erwähnt, da dies ab sofort für dich auch wichtig ist. Sollte Vogelgrippe ausbrechen, informieren die Behörden was du machen mußt. Sie schreiben dich nicht persönlich an sondern veröffentlichen das z.B. in der Tageszeitung. Dort erfährst du dann welche Auflagen du zu erfüllen hast.

Artgerechte Enten Haltung

Wichtig ist es den Tieren Zugang zu frischem Wasser zu ermöglichen. Eine Wasserschale reicht nicht aus. Es wird zwar behauptet Warzenenten brauchen keine Bademöglichkeit, aber Enten sind Wasservögel.
Ideal wäre ein kleiner Bach der durch dein Grundstück fließt, da sich hier das Wasser ständig erneuert. Doch ein Bach ist sicherlich für die meisten Entenhalter ein Wunschtraum, der sich nicht realisieren läßt. Daher mußt du eine Alternative schaffen.
Die meisten Anfänger legen sich einen kleinen Gartenteich an. Das ist jedoch vollkommen unpraktisch. Die Tiere verschmutzen und verschlammen diesen Teich in wenigen Tagen und er muß gereinigt werden, da die Enten sauberes Wasser haben sollten. Die Reinigung eines solchen Teiches wird also zu einer großen zeitlichen Belastung für den Entenhalter.
Es gibt aber eine bessere Lösung. Dein Teich muß Oberirdisch sein, so das du den Dreck unten raus laufen lassen kannst. Für wenige Tiere kannst du auch eine alte Badewanne nehmen. An den Abfluß montiert man einen 90 Grad Bogen und daran ein Abflußrohr. Das Sieb im Badewannenabfluß mußt du allerdings entfernen, da sonst der Abfluß ständig verstopft.
Nun wird eine Rampe rings um die Badewanne, zuerst mit Erde und dann Steinen, angeschüttet. Die Steine sorgen für eine gewisse Drainage und sorgen somit dafür das deine Enten das Wasser in der Wanne nicht zu schnell verschmutzen. Ist es nun an der Zeit deine Wanne zu reinigen, brauchst du nur den Stöpsel ziehen und der ganze Dreck fließt aus dem Abfluß heraus. Achte darauf, das die Enten auch bei niedrigem Wasserstand aus der Wanne Klettern können, sonst werden sie dir ertrinken. Dies Kann durch eingelegte Steine oder ein schwimmendes Ponton erreicht werden. Der Selbstversorger kann hier erfinderisch tätig werden.
Wenn du eine größere Wanne finden kannst, wäre das natürlich besser, sieh dich einfach mal auf dem nächsten Schrottplatz um, vielleicht hast du ja Glück. Tiefer als 30cm braucht dein Ersatzteich nicht zu sein.

Der Entenstall

Enten brauchen einen trockenen Stall, der sie Nachts vor Raubtieren und vor allem Ratten schützt, denn viele Entenhalter haben schon böse Überraschungen, neben Mardern, mit Ratten erlebt.
Feuchtigkeit ist aber eines der Hauptprobleme bei der Entenhaltung. Der Entenkot besteht zu etwa 85% aus Wasser und durchfeuchtet so die Einstreu im Stall sehr schnell. Es ist also bei Enten besonders wichtig Wasser vom Stall fernzuhalten. Das beginnt schon bei der Standortwahl. Der Stall sollte auf einem etwas erhöhtem Gelände stehen, damit Regenwasser vom Stall weg fließen kann. Anderenfalls wird man bald vor seinem Stall Dreckpfützen und Schlamm haben in dem die Enten schnattern. Gerade junge Enten oder Warzenenten sind aber gegen Schlamm sehr empfindlich, das Gefieder verklebt und die Enten sterben an Unterkühlung.
Damit deine Enten nicht zu viel Dreck und Schlamm mit in den Stall tragen, kann man einen Lattenrost bauen und vor den Stalleingang legen. Die Enten treten sich dann auf dem Rost die Füße ab und der Stall bleibt sauberer und trockener.

Stallfläche bei ausgewachsenen Enten:

  • 1m² für 2 Enten

Bei den Entenküken reichen folgende Stallflächen:

  • 1m² für 15-20 Küken bis zur 2. Woche
  • 1m² für bis zu 10 Küken von der 3.-5. Woche
  • 1m² für bis zu 5 Küken von der 6.-8. Woche

 

Die Stalleinrichtung

Wenn du deine Entenküken im Stall groß ziehst und diese Keine Entenmutter haben, brauchst du bis zur 3. Wochen eine Wärmequelle. Dies kann ein eine Infarotlampe oder Stromsparender eine Heizplatte sein. Die Küken werden getrennt von den Alttieren großgezogen, denn die Erpel töten manchmal die Küken.
Wasser bekommen die Enten aus Rinnentränken, Nippeltränken sind nicht zu empfehlen. Dmit die Enten nicht zu viel Wasser im Stall verteilen ist es angebracht einen Kasten zu bauen, auf dem ein Gitterrost moniert ist. Darauf stellt man den Wasserspender. Überlaufendes Wasser tropft somit durch das Gitter in den Kasten, wo es in einer Wanne aufgefangen wird. Als Wanne eignet sich vorzüglich ein quadratischer Maurerbottich, den man auf etwa 5cm Höhe abschneidet. Der ganze Kasten soll auch so niedrig wie möglich gebaut werden, damit die kleinen Küken an ihr Wasser kommen.
Als Futterautomaten eigenen sich die handelsüblichen Trockenfutterautomaten, wie sie auch für Hühner verwendet werden.
Für deine Zuchtenten brauchst du noch Nester. Diese sollen in etwa 40cmx45cm groß sein. Die Nester der Warzenente können auch etwas erhöht angebracht werden, da die Wildformen der Warzenente in Bäumen brütet. Bei den anderen Enten stlellt man die Nester ebenerdig auf. Weiteres Zubehör ist eine Kastentrog für Weichfutter und eine Raufe für Grünfutter.

Entenauslauf

Der Auslauf sollte 15m² pro Tier nicht unterschreiten. Ideal ist es wenn du deine Enten abwechselnd auf verschiedenen Parzellen laufen lassen kannst. Somit kann das Gras wieder nachwachsen und du vermeidest damit das Problem der Überweidung und Verschlammung deines Grundstückes.

Natürliche Entenaufzucht

Selsbstversorger-enten-2Die natürliche Aufzucht gestaltet sich unkompliziert. Die Ente baut sich ihr Nest und wird, wenn sie genügend Eier gelegt hat sich setzen.
Bei Warzenenten dauert die Brut 35 Tage und bei den restlichen Enten etwa 28 Tage und dann kannst du dich hoffentlich über kleine Entenküken freuen. Achte jedoch darauf, die Ente mit ihren Küken nicht bei schlechtem feuchtem Wetter aus dem Stall zu lassen. Die kleinen unterkühlen viel zu schnell wenn sie feucht werden.

Kunstbrut mit der Brutmaschine und Kükenaufzucht wird auf dieser Extraseite beschrieben.

Zuchtenten

Zuchtenten werden in Gruppen gehalten. Ein Erpel und 3-7 weibliche Enten. Wer richtig züchten möchte hält sich 4 Gruppen.

Welche Entenrasse soll man sich kaufen ?

Enten unterscheidet man erstens in Fleischenten und zweitens in Eierlegende Enten. Viele Eier legen so zum Beispiel die Khaki Campbellente und die Laufenten. Typische Fleischenten sind die Warzenenten und die Pekingenten, wobei die amerikanische Pekingente auch bis zu 120 Eier im Jahr legt. Daneben gibt es noch die Hybriden, eine Mischung aus Pekingente und Warzenente. Diese so genannten Mularden sind nicht mehr weiter zu vermehren, da sie unfruchtbar sind. Aus diesm Grund scheiden Mularden für einen Selbstversorger aus.
Alle Enten, bis auf die Warzenente stammen von der Stockente ab, daher unterscheidet sich die Haltung von Warzenenten auch etwas von der Haltung der übrigen Enten. Warzenenten brauchen es im Vergleich zu den anderen Enten immer etwas wärmer. Warzenenten besitzen auch scharfe Krallen, vor denen man sich besser in acht nehmen sollte.
Wer die Enten als Schneckenfänger halten möchte ist mit dem Laufenten am besten beraten. Sie legen viele Eier, aber einen guten Braten geben die nicht ab. Die Eier von Enten sind im übrigen von hoher Qualität und werden in vielen Ländern Hühnereiern vorgezogen. Zum Backen eignen sie sich jedenfalls vorzüglich. Den besten Kompromiss zwischen Fleischertrag und Legeleistung hat man wahrscheinlich mit Khaki Campbell und amerikanischen Pekingenten. Meine Lieblingsenten, die Warzenente legt leider nur wenige Eier, so das eine Nachzucht manchmal schwierig werden kann.

Fütterung

Selbstversorger-enten-1Im wesentlich gilt das selbe wie bei Hühnern. Im Futterhandel kannst du zahlreiche Futtermittel erwerben. Da gibt es Geflügelstarter, zusätzliche Vitamine, Mineralien und Mastfutter.
Ich benutze davon Hauptsächlich Kükenstarter, wie bei den Hühnern, für die ersten 1 bis 2 Wochen, ansonsten mache ich das Futter selbst.
Enten sind genauso wie Hühner Allesfresser, sie brauchen viele Proteine und Eiweiß, die du ihnen auch mit Grünfutter und Erbsen geben kannst. Soja, welches Hauptbestandteil der käuflichen Futter ist, füttere ich nicht, da 90% des weltweiten Sojas genmanipuliert ist. Mein Entenfutter besteht also aus Weizen, eingeweichten Erbsen, Mais, Grünfutter, gekochten Kartoffeln, Salat und viel Gemüse wie Zucchini. Im Winter, wenn es kein Grünfutter, Salat und Gemüse gibt, bekommen die Enten dann ersatzweise noch Futterrüben und Grassilage um den Tieren Vitamine zu geben. Der Futterbedarf liegt bei etwa 150 Gramm je Tag, bei Zuchenten aber auch bis zu 300 Gramm.
Bei der Mast von Fleischenten solltest du beachten diese entweder bei Schnellmast, welche bei Pekingenten 7-8 Wochen und bei Warzenenten 10-12 Wochen dauert, vor der Jugendmauser zu schlachten, oder 6 Wochen später am Ende der Mauser. Werden die Enten während der Mauser geschlachtet, wird das Rupfen äußerst schwierig erweisen und du wirst die Stoppeln kaum von der Ente bekommen. Da nutzt euch auch das beste Brühen, welch man bei 55C Grad für 3 Minuten macht, nichts.

Selbstversorger und Enten schlachten

Selbstversorger-ente-3Für diejenigen unter euch die Ihre Hühnerschlachtung selbst vornehmen gilt die Verordnung zum Schutz von Tieren im Zusammenhang mit der Schlachtung oder Tötung (Tierschutz-Schlachtverordnung – TierSchlV)

 

Wichtig ist, ihr müßt die notwendige Sachkenntnis haben.

 

Nach § 13 Abs 6.

(6) Wirbeltiere dürfen nur nach Maßgabe der Anlage 3 betäubt oder getötet werden. Bei Hausgeflügel ist eine Betäubung entbehrlich, wenn das Schlachten oder Töten bei Schlachtungen für den Eigenbedarf und durch schnelles, vollständiges Abtrennen des Kopfes erfolgt. Bei Hausgeflügel mit Ausnahme von Puten, Enten und Gänsen kann im Rahmen der Bandschlachtung bei Einzeltieren auf eine Betäubung verzichtet werden, wenn das Schlachten oder Töten durch schnelles und vollständiges Abtrennen des Kopfes erfolgt.

 

 

zurück zum Inhaltsverzeichnis Tiere